Material im Detail · PETG
PETG
Kein Effekt, kein Schmuckstück – das Arbeitspferd. Zäh, UV- und witterungsfest, spülmaschinenfest: das Material für alles, was einfach funktionieren muss. Mit PETG-CF gibt es eine mechanisch verstärkte Version. Der chemisch eigenständige Verwandte PCTG ist inzwischen aus dieser Seite herausgewachsen und steht mit PCTG+CF auf einer eigenen.
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PETG und PETG-CF im Vergleich
- Zone
- grün · Bett bis 85 °C
- Düse
- 230–250 °C
- Bett
- 70–85 °C
- Preis
- 15–37 €/kg
Eine Materialfamilie, zwei Ausbaustufen: PETG ist die Basis, PETG-CF verstärkt sie mechanisch. Beide sind Copolyester, beide drucken sich im gleichen Temperaturfenster, aber die Eigenschaften laufen danach auseinander.
PETG (Standard)
Zäh statt spröde, UV-/witterungsfest, spülmaschinenfest – deutlich unempfindlicher im Alltag als PLA, dafür etwas anspruchsvoller beim Druck selbst (neigt zu Fäden/Stringing, klebt stärker am Bett). Das Arbeitspferd für alles, was einfach nur funktionieren muss, ohne besondere Ansprüche an Schlagzähigkeit oder Optik.
PETG-CF – mechanisch verstärkt
10 % Kohlefaser-Beimischung macht das Material schlagzäher und formstabiler, es splittert nicht wie reines PETG unter Stoßbelastung. Der Preis dafür: tiefmattschwarz statt farbig oder transparent, und leicht abrasiv – anders als bei Standard-PETG lohnt sich hier ein Blick auf den Düsenzustand.
PCTG – ausgewachsen auf eine eigene Seite
PCTG ist kein PETG-Zusatz wie PETG-CF, sondern ein eigenes Copolyester auf CHDM-Basis: deutlich schlagzäher, kristallklar, dafür heißer zu drucken, als lange auf dieser Seite stand. Mit der kohlefaserverstärkten Variante PCTG+CF hat das Thema so viel eigenen Stoff, dass es seit dem 3. September eine eigene Seite hat: PCTG und PCTG+CF im Detail.
Im Vergleich
PCTG steht als dritte Spalte daneben, weil die Entscheidung meistens zwischen diesen dreien fällt – die ausführlichen Werte und PCTG+CF stehen auf der eigenen Seite.
| PETG | PETG-CF | PCTG | |
|---|---|---|---|
| Basis | Standard-Copolyester | PETG + 10 % Kohlefaser | eigenes Copolyester (CHDM-basiert) |
| Schlagzähigkeit (Izod) | 5–8 kJ/m² | höher, formstabiler | ~24 kJ/m² (ABS-Niveau) |
| Optik | farbig/transparent-trüb | tiefmattschwarz | kristallklar |
| Düse | 230–250 °C | 240–260 °C | 250–270 °C |
| Bett | 70–85 °C | 70–85 °C | 90 °C |
| Abrasiv? | nein | leicht, gehärtete Düse | nein (mit Kohlefaser: stark) |
| Trocknen | moderat, 60–65 °C | moderat, 60–65 °C | empfindlicher als PETG, 60 °C / 4 h |
| Preis ca. | 15–37 €/kg | 30–40 €/kg | 32 €/kg |
| Typischer Einsatz | Halterungen, Gehäuse, Outdoor | Werkzeuggriffe, Stoßbelastung | Sichtfenster, Schnapphaken, klare Schutzabdeckungen |
Transluzentes PETG ist noch eine vierte, dekorative Variante (Glas-/Kristalloptik) aus der Effektmaterialien-Familie, siehe Materialien – eigenständiges Thema, keine eigene Seite hier.
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Was der Drucker braucht
Düse, Bett und Kammer
Startwerte aus Herstellerangaben und Recherche, noch ohne eigenen Druck
grüne Zone
- PETG: 230–250 °C Düse, 70–85 °C Bett. PETG-CF etwas heißer: 240–260 °C Düse, gleiche Bett-Spanne.
- Kammer bewusst kalt halten – der wichtigste, unerwartete Punkt. Anders als bei ABS, ASA oder Nylon wird PETG bei zu warmer Kammer matschig, und Überhänge fallen. Kammerheizung hier also nicht „immer an“ stellen, sondern aus lassen oder auf maximal 40 °C begrenzen.
- PETG-CF braucht eine gehärtete Düse – serienmäßig vorhanden, aber der Kohlefaseranteil verschleißt Standard-Messing genauso wie bei den Effektmaterialien.
- PCTG braucht andere Werte, nicht dieselben. Der Hersteller nennt 250–270 °C Düse und 90 °C Bett – heißer als jedes PETG-Profil. Die Details stehen auf PCTG und PCTG+CF.
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Wann ein Trockner nötig wird
Moderat empfindlich – deutlich unkritischer als PVA/BVOH oder Nylon, aber nicht so unbekümmert wie PLA. In der Hygroskopie-Reihenfolge liegt PETG zwischen TPU und ABS/ASA. Feuchtes PETG zeigt sich durch Fäden und eine raue, blasige Oberfläche.
PCTG reagiert empfindlicher auf Feuchtigkeit als Standard-PETG – kein dramatischer Unterschied wie bei PVA/BVOH, aber genug, dass sich eine trockene Lagerung mehr lohnt. Anzeichen sind dieselben: Stringing, raue Oberfläche, vereinzelte Blasenbildung.
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Das Trockner-Setup
60 bis 65 °C, branchenüblich 6 bis 8 Stunden – siehe Materialien. Danach luftdicht mit Silikagel zwischenlagern, besonders vor längeren Funktionsdrucken.
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Einsatzbereich
PETG ist das Material für alles, was einfach nur zuverlässig funktionieren soll: Halterungen, Gehäuse, Outdoor-Teile, Küchenhelfer. Kaum Nachbearbeitung nötig – die Oberfläche ist ab Druck glatt genug für den funktionalen Einsatz.
PETG-CF kommt dort zum Zug, wo Standard-PETG unter Last splittern würde: mechanisch beanspruchte Halterungen, Werkzeuggriffe, Teile mit Stoßbelastung. Der Tausch lohnt sich nur, wenn die zusätzliche Steifigkeit wirklich gebraucht wird – für alles andere ist der Aufpreis unnötig.
Wenn beides zugleich gebraucht wird – Transparenz und Schlagfestigkeit –, taugt weder PETG „klar“ (nicht wirklich klar genug) noch PETG-CF (tiefschwarz). Das ist der Fall für PCTG.
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Wo kaufen
Bei Standard-PETG korreliert der Preis stark mit der Fertigungspräzision und der Vorkonfiguration in Slicer-Profilen.
- Höchste Qualität, ca. 30–37 €/kg: Prusament PETG – engste Durchmessertoleranzen, für Prusa-Drucker vorkonfiguriert, aber auch auf anderen Systemen einsetzbar. Über den Prusa-Shop.
- Gute Qualität, ca. 18–24 €/kg: Polymaker PolyLite PETG – gilt in Vergleichen als bestes Preis-Leistungs-Verhältnis, besonders auf Nicht-Prusa-Druckern. Über 3DJake.
- Mittlere Qualität, ca. 15–20 €/kg: eSUN PETG – günstigste der drei Marken, für hohen Verbrauch ohne Präzisionsanspruch gut geeignet.
PETG-CF bewegt sich als eigene Preisstufe bei ca. 30–40 €/kg, unabhängig von der Marke (Fiberlogy, SUNLU und eSUN-CF liegen dabei alle nah beieinander) – hier lohnt sich kein Drei-Stufen-Vergleich, der Aufpreis gegenüber Standard-PETG ist der eigentliche Unterschied. Über Fiberlogy oder SUNLU.
PCTG kostet rund 32 €/kg, die kohlefaserverstärkte Variante gut das Doppelte – Bezugsquellen und die Begründung dazu auf PCTG und PCTG+CF.
Keine eigene Testerfahrung – der Drucker steht erst seit dem 1. September hier, siehe Abenteuer. Die Einordnung oben stammt aus Vergleichstests und Herstellerangaben, nicht aus einem eigenen Praxistest.