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Blender: Geschichte und Versionen

Blender begann 1994 als Hauswerkzeug eines niederländischen Trickfilmstudios. Heute ist es freie Software, die jeder benutzen darf, und wird von einer Stiftung und Hunderten Freiwilligen weiterentwickelt. Hier steht, was die aktuelle Version kann, was als Nächstes kommt und wie es dazu kam. Stand: 11. Oktober 2026.

Aktuelle Version
5.2.2 LTS, 15.09.2026
Gepflegt bis
Juli 2028
Nächste Version
5.3, geplant 10.11.2026
Lizenz
GNU GPL, kostenlos
Unser Kurs
geprüft mit 5.2.2

01

Was ist neu: Blender 5.2 LTS

Blender 5.2 erschien am 14. Juli 2026 als LTS-Version. LTS heißt „Long Term Support“: Diese Fassung bekommt zwei Jahre lang Fehlerbehebungen, aber keine neuen Funktionen mehr. Genau deshalb baut unser Blender-Kurs darauf auf. Was sich gegenüber 5.1 geändert hat:

Die wichtigsten Neuerungen in 5.2

seit 14.07.2026

  • Physik in Geometry Nodes: Stoff und Haare lassen sich über Nodes simulieren, mit einem neuen Rechenverfahren (XPBD).
  • Nodes, die auf Musik reagieren: Geometry Nodes können eine Tonspur auslesen, etwa für Formen, die im Takt wachsen.
  • Mesh-Bevel als Node: Kanten abrunden geht jetzt auch innerhalb von Geometry Nodes.
  • Online-Asset-Bibliotheken: Modelle, Materialien und Pinsel lassen sich direkt aus Bibliotheken im Netz einbinden.

5.2.1 und 5.2.2

reine Fehlerbehebung

  • 5.2.1 (25.08.2026): rund 50 behobene Fehler, darunter Abstürze im Video-Schnitt und in Geometry Nodes.
  • 5.2.2 (15.09.2026): rund 40 weitere, etwa bei Line Art, Multires und Fill Curve.

Ein Update innerhalb von 5.2 ist ungefährlich: Dateien, Einstellungen und installierte Erweiterungen bleiben. Wir haben unsere Werkstatt am 11. Oktober von 5.2.1 auf 5.2.2 gehoben, alle Zahlen im Kurs blieben gleich.

02

Was kommt: Blender 5.3

Blender 5.3 ist seit dem 30. September 2026 in der Beta, das heißt: Es kommen keine neuen Funktionen mehr dazu, nur noch Fehler werden behoben. Der Release Candidate ist für den 4. November geplant, die fertige Version für den 10. November 2026. 5.3 ist keine LTS-Version.

NVIDIA: DLSS als Entrauscher

für Grafikkarten der RTX-Reihe

neuer Treiber nötig

Wer mit Cycles in der Vorschau rendert, sieht anfangs ein körniges Bild, das erst nach und nach klar wird. Blender 5.3 bekommt dafür einen neuen Entrauscher auf Basis von NVIDIA DLSS. Er rechnet das Bild hoch und nutzt Bildpunkte aus den vorherigen Bildern mit, so wird die Vorschau schneller sauber. NVIDIA hat das zur Computex im Juni 2026 als „DLSS 4.5 Ray Reconstruction“ angekündigt, es soll auf allen GeForce-RTX-Karten laufen.

Zwei Einschränkungen laut Release Notes: Es gilt für den Viewport, nicht ausdrücklich für das fertige Rendering. Und es braucht einen NVIDIA-Treiber, der zur Beta noch nicht erschienen war. Neu ist außerdem die Unterstützung für NVIDIA-RTX-Spark-Geräte unter Windows 11.

BereichWas 5.3 mitbringt
Grafik-SchnittstelleVulkan wird Standard unter Windows und Linux und löst OpenGL ab. In Blenders eigenen Messungen lief der Viewport damit schneller.
ModellierenNeues Grundobjekt Quad-Sphere, drei Funktionen aus dem Add-on LoopTools fest eingebaut, Maße der Auswahl direkt im Edit Mode.
EEVEENeue Nodes für Materialien, die auf Licht reagieren, etwa für einen Comic-Look. Dazu Panorama-Kameras wie Fischauge.
CyclesDispersion: Glas und Diamanten zerlegen Licht in Regenbogenfarben.
Gaussian Splatting3D-Scans aus vielen Fotos (Splats) lassen sich laden und rendern.
Projekte„Blender Projects“ hält mehrere Dateien mit gemeinsamen Assets und Einstellungen zusammen.
Video und OberflächeRipple-Schnitt im Video-Editor, Suchfeld in der Seitenleiste, neue Icons.

Für den Kurs bleibt es bei 5.2 LTS. Eine neue Hauptversion kann Menüs verschieben und Erweiterungen kurz unbrauchbar machen. Wer 5.3 ausprobieren will, kann sie neben 5.2 installieren, beide laufen getrennt. Für Lernende mit einer RTX-Grafikkarte lohnt der Blick wegen DLSS.

03

Wie alles anfing

Ton Roosendaal schrieb zwischen 1987 und 1991 für sein Studio NeoGeo einen Raytracer auf dem Amiga. Daraus entstand ab 1994 ein eigenes 3D-Programm. Den Namen hat es von einem Lied der Schweizer Band Yello. 2002 ging die Firma dahinter pleite, und die Nutzer kauften Blender frei.

  1. 119942. Januar: erste Quelldateien namens Blender, bei NeoGeo
  2. 21998gratis im Netz, die Firma Not a Number vertreibt es
  3. 32002„Free Blender“: Nutzer sammeln rund 110.000 € in sieben Wochen
  4. 413.10.2002Blender wird freie Software unter der GPL

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Alle großen Versionen

Von der ersten Fassung bis heute, jeweils mit dem, was sie verändert hat. Seit 2.83 gibt es alle paar Versionen eine LTS-Fassung mit zwei Jahren Pflege.

VersionErschienenWas neu war
1.0Jan. 1995Erste Version, nur im Studio NeoGeo. Schon damals ein Fenster, das man beliebig aufteilen kann.
1.23 bis 1.801998 bis 2000Gratis für SGI-Rechner, dann Linux und Windows. Zusatzfunktionen kosteten kurz Geld, ab 1.80 wieder alles kostenlos.
2.0Aug. 2000Echtzeit-3D und eine eingebaute Spiele-Engine.
2.25 / 2.26Okt. 2002 / Feb. 2003Letzte Firmenversion, darin erstmals der Affenkopf Suzanne. 2.26 ist die erste freie Version.
2.3x2003 bis 2005Neue Oberfläche, weiche Körper, Ambient Occlusion.
2.40 bis 2.492005 bis 2009Neues Skelett-System, Haare, Flüssigkeiten, Stoff. 2.42 bringt Nodes, entstanden für den Film Elephants Dream.
2.5x2009 bis 2011, stabil ab 2.57 (Apr. 2011)Komplett neu geschrieben: neue Oberfläche, neues Animationssystem, neue Python-Schnittstelle.
2.61Dez. 2011Der Renderer Cycles kommt dazu, außerdem Kamera-Tracking.
2.63Apr. 2012BMesh: Flächen dürfen beliebig viele Ecken haben.
2.67Mai 2013Freestyle für Strichzeichnungen und erste Werkzeuge für den 3D-Druck.
2.7x2014 bis 2017Kreismenüs, mehr Rechenarbeit auf der Grafikkarte. 2.79 bringt das Entrauschen und den Principled-Shader.
2.80Juli 2019Der große Umbruch: neue Oberfläche, Echtzeit-Renderer EEVEE, Grease Pencil zum Zeichnen in 3D. Die Spiele-Engine fällt weg.
2.81 / 2.82Nov. 2019 / Feb. 2020Neue Sculpt-Werkzeuge, Rauch und Flüssigkeiten mit Mantaflow.
2.83 LTSJuni 2020Die erste LTS-Version. Dazu Betrachten in VR.
2.90 / 2.912020Aufgeräumte Modifier, Suche in den Eigenschaften, bessere Booleans.
2.92Feb. 2021Geometry Nodes: Formen aus Bausteinen zusammenstecken statt von Hand modellieren.
2.93 LTSJuni 2021Mehr Geometry Nodes, Line Art für Umrisslinien.
3.0Dez. 2021Cycles X, deutlich schneller. Asset Browser für eigene Bibliotheken.
3.1 / 3.22022Rendern auf Apple-Grafik (Metal) und AMD unter Linux.
3.3 LTSSep. 2022Neues Haar-System, Rendern auf Intel-Grafikkarten.
3.4 / 3.5Dez. 2022 / März 2023Schnellere Lichtberechnung in Cycles, Compositor direkt im Viewport.
3.6 LTSJuni 2023Simulation Nodes: Bewegung und Physik über Nodes.
4.0Nov. 2023Überarbeiteter Principled-Shader, Farbdarstellung AgX, Geometry Nodes als eigene Werkzeuge.
4.1März 2024Geometry Nodes lassen sich „backen“, Entrauschen auf der Grafikkarte.
4.2 LTSJuli 2024EEVEE neu gebaut mit besserem Licht und Schatten. Die meisten Add-ons wandern auf die neue Plattform extensions.blender.org, installiert über „Get Extensions“.
4.3Nov. 2024Grease Pencil neu geschrieben, über 100 neue Pinsel.
4.4März 2025Neues System für Animationen (Action Slots), schnellerer Compositor.
4.5 LTSJuli 2025Vulkan voll nutzbar. OBJ, STL und PLY lassen sich direkt in Geometry Nodes laden.
5.0Nov. 2025HDR und großer Farbraum (ACES), realistischerer Himmel, umgebauter Video-Editor, Materialien kompilieren bis zu viermal schneller.
5.1März 2026Schnellere Animationswiedergabe, über 350 behobene Fehler aus dem „Winter of Quality“.
5.2 LTSJuli 2026Physik in Geometry Nodes, Online-Asset-Bibliotheken, Pflege bis Juli 2028. Aktuell: 5.2.2.

05

Filme als Testlabor

Seit 2005 dreht die Blender Foundation eigene Kurzfilme, ganz mit Blender und frei im Netz. Jeder Film deckt Schwächen auf, die danach ins Programm einfließen: Für Elephants Dream entstanden die Nodes, für Big Buck Bunny Haare und Fell.

  • Elephants Dream (2006), Big Buck Bunny (2008), Sintel (2010), Tears of Steel (2012)
  • Cosmos Laundromat (2015), Agent 327 (2017), Spring (2019), Coffee Run (2020)
  • Sprite Fright (2021), Charge (2022), Wing It! (2023), Singularity (2026)

Dazu kam 2008 das Spiel Yo Frankie!. Alle Filme stehen kostenlos im Blender Studio.

Quellen

Download-Seite und Zeitplan: blender.org/download (abgerufen am 11.10.2026). Neuerungen: blender.org/download/releases/ und die Release Notes unter developer.blender.org/docs/release_notes/ (5.2, 5.3 mit Unterseiten). Geschichte: blender.org/about/history und das Kapitel „History“ im Blender-Handbuch. Filme: studio.blender.org/films. DLSS-Bezeichnung: NVIDIA-Ankündigung zur Computex 2026, berichtet von digitalproduction.com am 03.06.2026. Daten zu 5.3 sind Planungen und können sich verschieben.