Material im Detail · PVA / BVOH
Lösliche Stützen
Kein Deko-Effekt wie Wood- oder Marmor-PLA, sondern das eigentliche Alleinstellungsmerkmal des Toolchangers: Stützstrukturen, die sich in Wasser auflösen und Geometrien ermöglichen, die auf einem Ein-Düsen-Drucker gar nicht erst versucht werden.
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PVA, BVOH oder HIPS?
| PVA | BVOH | HIPS | |
|---|---|---|---|
| Löst sich in | Wasser | Wasser | d-Limonen |
| Passt zu | PLA, PETG, TPU | PLA, PETG, TPU, PA | ABS, ASA |
| Robustheit | mittel | besser | gut |
| Preis | 60–120 €/kg | 50–90 €/kg | 20–30 €/kg |
| Feuchteempfindlich | extrem | stark | gering |
Empfehlung zum Einstieg: BVOH. Etwas gutmütiger als PVA, breiter kompatibel, günstiger. HIPS erst, wenn ohnehin mit ABS/ASA gearbeitet wird – dafür braucht es Limonen und Belüftung.
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Was der Drucker braucht
- Support-Extruder zuweisen – ein eigener Toolhead nur fürs Stützmaterial.
- Z-Abstand auf 0. Der zentrale Unterschied zu abbrechbaren Stützen: die Stütze darf fest anliegen, weil sie sich ja auflöst – bei normalen Stützen wäre 0,2 mm richtig.
- Interface-Only-Strategie – der größte Kostenhebel. Nur die 2 bis 3 Kontaktschichten zum Modell aus PVA/BVOH (100 % Interface-Dichte), der Stützkörper darunter aus billigem PLA. Gleiche Oberflächenqualität, ein Bruchteil der Kosten – der PLA-Körper fällt beim Wässern von selbst ab.
- Langsam drucken. PVA und BVOH haben schlechtere Schichthaftung als Standardmaterialien.
- Kammer bei PLA-Modellen nicht zu warm – 30 bis 40 °C reichen, mehr ist nicht nötig.
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Wann ein Trockner nötig wird
Hier gibt es keine Grauzone wie bei Wood-PLA: PVA ist „extrem“, BVOH „stark“ feuchteempfindlich – zwingend trocknen, nicht situativ. FlashForge rät bei offenen Druckern von hohen löslichen Stützstrukturen sogar ausdrücklich ab, weil das Material während eines langen Drucks Feuchtigkeit zieht und weich wird, bevor der Druck fertig ist.
Die geschlossene, beheizte Kammer dieser Maschine entschärft das Risiko deutlich gegenüber einem offenen Drucker – sie ersetzt den Trockner aber nicht. Und der strukturelle Punkt von der Wood-PLA-Seite gilt hier verschärft: offen montierte Spulen plus ein extrem feuchteempfindliches Material ist keine gute Kombination über längere Zeit.
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Das Trockner-Setup
PVA bei 45 bis 50 °C, BVOH bei 50 °C. Die wichtigste Praxisregel unterscheidet sich von jedem anderen Material auf dieser Seite: direkt aus dem Trockner drucken, nicht aus einer Box, die morgens einmal befüllt wurde. Bei langen Mehrstunden-Drucken steigt sonst genau während des Drucks das Risiko, dass das Material Feuchtigkeit zieht – ein Trocknungsdurchlauf vorab reicht dann nicht mehr.
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Nachbearbeitung
- Teil 4 bis 12 Stunden in lauwarmes Wasser legen – nicht heiß, PLA verzieht sich ab etwa 50 °C.
- Wasserbewegung beschleunigt massiv: Aquarienpumpe, Ultraschallreiniger oder alle paar Stunden umrühren.
- Reste mit einer weichen Bürste entfernen.
- Vollständig trocknen lassen, bevor fotografiert wird.
PVA-Wasser nicht in Menge in die Toilette – es ist wasserlöslich, aber nicht biologisch harmlos in größeren Mengen. Kommunale Regeln beachten; einzelne Teile sind unkritisch, regelmäßige Produktion nicht.
Was daraus möglich wird, steht auf Der Drucker im Vergleich zu AMS-Systemen – und warum genau diese Woche im Fahrplan die wichtigste ist, auf Abenteuer.
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Wo kaufen
Bei löslichen Stützen entscheidet vor allem die Löslichkeit selbst über die Preisstufe – schneller lösende Varianten sparen Zeit und damit indirekt Kosten.
- Höchste Qualität, ca. 60–70 €/kg: BASF Ultrafuse BVOH – vom Chemiekonzern selbst gefertigt, löst sich laut Herstellerangabe etwa doppelt so schnell wie klassisches PVA. Über den 3D Material-Shop.
- Gute Qualität, ca. 90–120 €/kg: Fiberlogy BVOH – breite Materialkompatibilität, Standard bei spezialisierten Fachhändlern. Über 3DJake.
- Mittlere Qualität: FormFutura BVOH – für die Interface-Only-Strategie aus Abschnitt 02 völlig ausreichend, kein einheitlicher Listenpreis auffindbar, dürfte sich aber nach der allgemeinen BVOH-Spanne von 50–90 €/kg richten. Über BFI3D.
Preis und Stufe laufen hier nicht ganz parallel: Fiberlogy lag in den geprüften Angeboten teils sogar über BASF, obwohl BASF wegen der schnelleren Löslichkeit als „höchste Qualität“ eingeordnet ist – bei BVOH bestimmt eher die Verfügbarkeit beim jeweiligen Händler den Preis als die Marke allein.
Keine eigene Testerfahrung – der Drucker ist noch nicht angekommen, siehe Abenteuer. Die Einordnung oben stammt aus der Produktbeschreibung der Hersteller, nicht aus einem Praxistest.
Weitere Materialien im Detail: PLA, PLA-CF, Wood-PLA, Marmor-PLA, Silk-PLA, Matt-PLA, Glow-in-the-Dark, ABS, ASA, PA-CF (Nylon), Metallgefüllt, TPU 95A, PETG.