Elektronik drucken · die Ausstattung
Elektronik-Werkstatt
Der Elektronik-Arbeitsplatz existiert noch nicht: kein Lötkolben, kein Multimeter, keine Zangen, keine Bauteile. Diese Seite sagt, was davon wirklich nötig ist, was der Drucker ersetzt, welches Filament der Strang braucht und in welcher Reihenfolge bestellt wird.
Die Preise sind Shop-Stände vom 2. September 2026, keine eigene Testerfahrung; bei Welle 1 stehen seit dem 3. September die tatsächlich bezahlten Beträge. Versandkosten sind sonst nirgends eingerechnet – bei vier Shops fallen sie viermal an. Der Drucker steht seit dem 1. September hier und ist seit dem 3. aufgebaut, aber noch nicht gestartet; im Haus sind zwei Rollen Silk-PLA, ein Infrarot-Thermometer und eine kleine Klebepistole vom Balkon-Aufräumen, sonst nichts. Das Inventar der ganzen Werkstatt, mit Drucker, Rechner und Software, steht auf Werkstatt.
01
Was der Drucker ersetzt
Dieser Abschnitt steht am Anfang, weil er die Einkaufsliste kürzt. Ein Teil dessen, was in jeder Grundausstattung steht, ist ein Druckauftrag und kein Kauf.
Das Rastermaß, das zufällig genau passt
Für Werkstattaufbewahrung hat sich ein offenes Rastersystem durchgesetzt, dessen Grundeinheit 42 mal 42 Millimeter misst. Der Bauraum dieses Druckers ist 256 mm breit. 256 geteilt durch 42 ergibt 6,09 – eine Grundplatte mit sechs mal sechs Einheiten ist also 252 mm breit und passt in einem Stück, ohne Naht, ohne Kleben. Erzeugt wird sie mit einem freien Generator, der als Skript-CAD läuft und damit zu dem passt, was auf Skript-CAD ohnehin schon eingerichtet ist.
Mit einem zweiten Druckkopf bekommt jeder Behälter seine Beschriftung eingedruckt statt aufgeklebt. Das ist der Unterschied zwischen einem System, das man pflegt, und einem, das man nach drei Wochen aufgibt.
Drucken oder kaufen
| Teil | Und warum |
|---|---|
| Drucken: Sortiereinsätze, Behälter, Grundplatten | Bester Nutzen pro Druckstunde. Der Schrank ist da, nur die Einteilung fehlt |
| Drucken: Werkzeughalter, Kabelhalter, Spulenhalter | Trivial, schnell, endlos wiederholbar. Mit weicher Einlage auf dem zweiten Kopf klappert nichts |
| Drucken: Platinenhalter, dritte Hand | Aber in PETG, nicht in PLA – PLA kriecht unter Dauerlast, die Klemmkraft ist nach Wochen weg |
| Drucken: Prüfteile | Passungskamm und Bohrleiter für die Gewindeeinsätze. Zwei Zwanzig-Minuten-Drucke, die je eine Zahl für immer klären |
| Kaufen: Lötkolbenständer | Die klare Ausnahme. PLA verliert ab 55 °C die Form, der Kolben hat 250 bis 450 °C. Ein gedruckter Ständer ist ein Brandrisiko, kein Sparerfolg. Kostet 7 € |
| Kaufen: Messwerkzeug, Zangen, Schraubstock | Gedruckte Messwerkzeuge sind eine Spielerei – die Maßhaltigkeit der Maschine ist selbst das, was gemessen werden soll |
| Kaufen: alles, was Netzspannung führt | Ein zugelassenes Industriegehäuse kostet 1,90 €. Ausführlich auf Elektronik drucken |
02
Stufe 1 – ohne das geht kein Kapitel
Der wichtigste Kauf ist der Lötkolben, und zwar nicht wegen des Lötens: Derselbe Kolben setzt die Gewindeeinsätze, die aus einem gedruckten Gehäuse ein Gerät machen. Die Entscheidung fällt deshalb nicht über die Wattzahl, sondern über den Spitzenstandard – es muss eine Einschmelzspitze dafür geben.
Zwei Wege zum Lötkolben
Beide führen zu denselben Einsätzen und denselben Einschmelzspitzen. Welcher es wird, ist noch nicht entschieden.
Weg A · Lötstation
Hakko FX-888DX
157,99 €Station mit Ablage und Reinigungswolle, ein Gerät mit einem Kabel
- Leistung
- 100 W, geregelt bis 480 °C (Herstellerangabe)
- Spitzen
- T18-Standard, die Einschmelzspitzen passen ohne Adapter, Ersatzspitzen ab 8,50 €
- Dafür
- Ablage und Reinigungswolle dabei, ein Gerät mit einem Kabel, eine Station für viele Jahre
- Dagegen
- Der Aufpreis von rund 73 €
Weg B · Lötstift
Pinecil V2
39,90 €plus Adapter für die Einschmelzspitzen 12,99 €, Ablage 6,99 € und ein USB-C-Netzteil mit Power Delivery, falls keins da ist: zusammen rund 85 €
- Leistung
- 88 W laut Händler, geregelt, an USB-C mit Power Delivery ab 60 W oder an einem 12- bis 24-V-Hohlstecker
- Spitzen
- eigenes Spitzenformat, Einschmelzspitzen nur über den Adapter
- Dafür
- Preis, Größe, offene Firmware, läuft auch am Notebook-Netzteil, wenn das genug Leistung liefert
- Dagegen
- Kein Ständer dabei, der Adapter ist ein Teil mehr, das Netzteil ist nicht mitgerechnet und nicht geprüft
Stufe 1 in fünf Blöcken
| Block | Was drin ist | Summe |
|---|---|---|
| Löten | Lötstation oder Lötstift, Einschmelzspitzen, Gewindeeinsätze M3, Lot, Entlötlitze | 213 € mit Station, 140 € mit Stift |
| Messen | Multimeter, digitaler Messschieber | 101 € |
| Handwerkzeug | Seitenschneider, Abisolierzange, Pinzetten, Feinschraubendreher | 94 € |
| Bauteile | Steckbrett, Widerstände, Kondensatoren, LEDs, Transistoren, Litze, Schrumpfschlauch | 91 € |
| Controller | Mikrocontroller-Board, zweites kleines Board, Lochraster | 35 € |
534 €Stufe 1 vollständig mit Station · mit Stift rund 461 € · mit einem einfacheren Schraubendrehersatz jeweils 34 € weniger
Was in jedem Fall Qualität braucht: Lötkolben, Multimeter, Messschieber und die beiden Zangen. Zusammen rund 350 €, und alles, was danach kommt, ist Komfort. Das Multimeter muss vor allem einen schnellen Durchgangsprüfer haben; für Netzspannung nie das Billiggerät.
03
Der Minimalstart
Es geht auch kleiner. Diese Liste reicht, um Stufe 1 des Lehrplans vollständig zu durchlaufen:
- Lötstift mit Adapter, Einschmelzspitzen, Gewindeeinsätze M3, Ablage, Lot, Entlötlitze
- Einfaches Multimeter
- Digitaler Messschieber
- Seitenschneider und ein Schraubendrehersatz
203 €der harte Minimalstart · darunter scheitert es an Werkzeug, nicht an Wissen
Der Messschieber steht auch dann auf der Liste, wenn man keine Elektronik machen will – für den 3D-Druck ist er ohnehin Pflicht. Und beim Messschieber lohnt es sich, nicht am unteren Ende zu kaufen: Die Auflösung steht auf jedem Display, die Wiederholgenauigkeit auf keinem.
04
Filament für diesen Strang
Im Haus sind zwei Rollen Silk-PLA in Gold und Lila. Das ist der erste Testdruck am Aufbau-Abend und das Effektmaterial für Woche 3 des Fahrplans, aber nichts für ein Gehäuse und nichts für die Kalibrierung: Alle vier Köpfe brauchen dieselbe Marke Standard-PLA, sonst weiß man nie, ob ein Unterschied vom Kopf oder vom Filament kommt.
| Material | Wofür | Wann | ca. |
|---|---|---|---|
| PLA+, 5 × 1 kg, eine Linie, fünf Farben | Kalibrierung aller vier Köpfe, Prüfteile, Sortierkästen – und der Arm in E10. Entscheidend ist, dass alle Köpfe dieselbe Linie fahren | bestellt am 3. September | 95 € |
| Klebestift, 50 ml | Trennschicht auf der glänzenden Platte. Bei PCTG rät der Hersteller ausdrücklich davon ab, direkt auf glattem PEI zu drucken | bestellt am 3. September | 14 € |
| PCTG, 1 kg | Gehäuse (E3, E5, E8). Statt PETG, siehe unten | bestellt am 3. September | 30 € |
| Filament-Trockner, vier Spulen | Pflicht vor TPU und löslichen Stützen, für PCTG dringend. Drucken direkt aus dem Trockner | Oktober | 90–110 € |
| TPU 95A, 1 kg | Dichtlippe und Klemmbacke (E5), Greifflächen und Anschläge am Arm (E10) | Oktober | 30 € |
| ASA, 1 kg | Nur wenn ein Gehäuse warm wird: PLA gibt bei 55 °C nach, PETG bei 68 °C, ASA hält 93 °C | nach Bedarf | 30 € |
| BVOH, 500 g | Lösliche Stützen für geschlossene Teile aus PLA, PCTG oder TPU. Zieht schon in der Verpackung Feuchte. Für ASA-Gehäuse passt es nicht – dort wäre HIPS das Stützmaterial, mit eigener Chemie | erst mit Trockner, nie auf Vorrat | 80–90 € |
Später, wenn der Bedarf da ist: PET-CF für einen zweiten Durchgang der belasteten Armteile, steifer und wärmefester als PLA+, ohne Kammer druckbar. Eine 50-g-Probe Carbon-PLA für Berührungssensoren, sobald das Multimeter da ist. Beides erst nach dem ersten Arm.
PCTG statt PETG
PETG war als Gehäusematerial gesetzt. PCTG ist ein verwandtes Copolyester, in unabhängigen Tests rund viermal so schlagzäh wie PETG, auf ABS-Niveau, ohne beheizte Kammer. Ein Schnapphaken und eine Klemmbacke leben von genau dieser Zähigkeit. Der Preis: PCTG braucht mehr Hitze als gedacht – der Hersteller nennt 250 bis 270 °C Düse und 90 °C Bett, das Bett liegt hier real bei 85 bis 92 °C – es zieht schneller Feuchte, also gehört es in den Trockner, und es gibt nur wenige Marken. Für den Arm gilt das Gegenteil: Dort zählt Steifigkeit, und die hat PLA. Die Zahlen und Bezugsquellen stehen auf PCTG und PCTG+CF.
Nicht für Elektronik kaufen: leitfähiges Filament als Leiterbahn-Ersatz (kein Draht, nur für Sensorik), flammhemmendes Filament (die Einstufung überträgt sich nicht auf das Teil), ESD-Filament, PC, metallgefülltes PLA, Nylon vor dem Trockner, lösliche Stützen auf Vorrat, PP (ohne Anwendung im Strang). Für Gehäuse und Arm reicht die 0,4-mm-Düse; die 0,6-mm-Baugruppe kommt über die Effektmaterialien und steht auf der Bestellliste.
05
Die Reihenfolge der Bestellungen
Vier Wellen, das Wichtigste zuerst. Der Drucker steht schon da, deshalb kommt das Filament vor dem Lötkolben – das ist die einzige Stelle, an der diese Seite dem Lehrplan widerspricht.
Jeder Posten mit Shop, Preisstand und Status steht auf der Bestellliste.
-
Welle 1 · bestellt~170 €
Am 3. September bestellt: fünf Rollen PLA+ einer Linie, eine Rolle PCTG und ein Klebestift bei 3DJake (139,33 €, Lieferung bis zum 8.), dazu Isopropanol und ein Entgrater bei Amazon (22,39 €). Offen ist nur noch ein Spatel für die Platte. Ohne die gleichen PLA-Rollen ist Woche 2 des Fahrplans nicht möglich.
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Welle 2 · dieselbe Woche~425 €
Mit Station; mit Stift rund 350 €. Der Werkstatt-Kern aus Stufe 1: Lötkolben, Einschmelzspitzen, Einsätze, Lot, zwei Lötbausätze, Multimeter, Messschieber, Zangen, Pinzetten, Schraubendreher. Bauteile-Grundstock und Controller noch nicht.
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Welle 3 · Oktober~205 €
Eine Rolle PLA+ für den Arm, Mikrocontroller und Sensor für E2, der Filament-Trockner, TPU, Trockenboxen. Der Bauteile-Grundstock erst, wenn E6 ansteht.
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Welle 4 · nach der Servomessung~355 €
Erst ein einzelner Servo mit Controller, das Labornetzteil aus Stufe 2 vorgezogen, dann der Rest des Armpaars, ein Not-Aus, und ASA nur bei Bedarf.
~1.150 €bis zum fertigen Roboter, mit Station · mit Stift rund 1.080 € · Stufe 2 und Bauteile-Grundstock nicht enthalten
06
Stufe 2 – sinnvoll, aber nicht sofort
Über die ersten Monate verteilbar. Was fehlt, zeigt sich beim Machen, und dann ist der Kauf begründet statt vorsorglich.
| Block | Was drin ist | Summe |
|---|---|---|
| Versorgung | Labornetzteil, Schaltnetzteil, Spannungswandler, Strommessmodul | 105 € |
| Löten und Einsätze | Zweiter Kolben, Bohrerset, Einsätze M2 und M4, Entgrater, Flussmittel, Entlötpumpe | 138 € |
| Luft und Sicht | Lötrauchabsaugung, Ersatzfilter, Kopfbandlupe, Digitalmikroskop | 122 € |
| Verkabelung | Crimpzange, Aderendhülsen, Not-Aus | 51 € |
| Ordnung | Sortimentskasten | 21 € |
438 €Stufe 2 vollständig
Das Labornetzteil ist die beste Versicherung gegen Rauch, die man für 74 € kaufen kann. Es begrenzt den Strom. Ein falsch herum angeschlossenes Bauteil raucht dann nicht, es zieht nur die eingestellte Grenze und man merkt es rechtzeitig. Deshalb rückt es aus dieser Stufe vor die erste Servomessung in E11: Grenze setzen, dann den Servo blockieren lassen.
Zur Lötrauchabsaugung eine ehrliche Einordnung: Die britische Arbeitsschutzbehörde führt Kolophonium-Lötrauch als Ursache von Berufsasthma. Wirksam ist Abluft nach draußen, danach kommt die Erfassung dicht an der Lötstelle, dann kommt lange nichts. Der Zwanzig-Euro-Tischventilator mit Schaumstoffeinlage verteilt den Rauch, statt ihn zu binden.
07
Was man sich sparen kann
| Fehlkauf | Warum er falsch ist |
|---|---|
| Ungeregelte 60-Watt-Station für 25 € | Ein ungeregelter Kolben liefert seine Temperatur genau so lange, bis er das Werkstück berührt. Watt ohne Regelung ist eine Zahl ohne Bedeutung |
| Multimeter für 15 € mit hoher Sicherheitsklasse auf dem Gehäuse | Der Aufdruck sieht aus wie eine Zusage. Für Netzspannung kein Billiggerät |
| Kleine Sortimente an Chip-Bauteilen | Setzt Lupe, feine Spitze und Übung voraus. Feine Bauteile lässt man besser vom Platinenhersteller bestücken |
| Säurehaltiges Lötwasser oder Lötfett | Korrodiert die Leiterbahn weiter, nachdem gelötet wurde |
| Gekaufte Sortierbehälter | Der Drucker steht daneben |
| Gedruckter Lötkolbenständer | Siehe oben. 7 € gegen ein Brandrisiko |
| Entlötstation | Entlötlitze für 3,49 € und eine Pumpe decken alles ab, was hier vorkommt |
| Drittes und viertes Steckbrett | Eines reicht. Wer zwei Aufbauten parallel braucht, lötet den ersten auf Lochraster |
08
Das Gesamtbild
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Der Drucker selbst, zum Vergleich | 929 € |
| Filament-Grundausstattung und Zubehör für die Platte | ca. 170 € |
| Stufe 1 vollständig | 534 €mit Stift 461 € |
| davon der Minimalstart | 203 € |
| Filament-Trockner, TPU, PLA+ für den Arm, Trockenboxen | ca. 175 € |
| Roboterarm für Stufe 3, mit Not-Aus und Labornetzteil | ca. 325 € |
| Stufe 2 im Übrigen, über Monate verteilt | ca. 365 € |
| Verbrauchsmaterial im ersten Jahr, ohne Filament | ca. 180 € |
| Alles zusammen, mit Station | ca. 1.750 € |
Zum Vergleich: Der Drucker selbst hat 929 € gekostet. Bis zum fertigen Roboter liegt der Elektronik-Arbeitsplatz mit Filament bei rund 1.150 €, also etwas über dem Drucker; der volle Ausbau mit Stufe 2 und dem Verbrauch des ersten Jahres bei rund 1.750 €.
Ein Hinweis zu den Links, die hier fehlen: Diese Seite verlinkt keine Provisionslinks. Das ist eine bewusste Entscheidung – bei mehreren der besten Empfehlungen gibt es gar kein Partnerprogramm, und eine Liste, die zwischen dem besten und dem vergüteten Produkt schwankt, wäre keine Empfehlung mehr.
Der Weg, für den diese Ausstattung gedacht ist, steht auf Lehrplan.