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TPU-Familie im Vergleich

Die Entscheidungsseite für flexible Filamente auf diesem Drucker: TPU 95A als sicherer Default, TPU 85A als weicher Grenzfall, PEBA als Rückfederungs-Spezialist und TPU-GF als feste Variante in Richtung Nylon. Vier Elastomere, vier Charaktere – und genau eine Frage, die diese Seite beantwortet: welche Spule für welches Teil?

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Die vier Flex-Varianten im Vergleich

Zone
grün · Flex
Varianten
4 (95A, 85A, PEBA, TPU-GF)
Düse
0,4 mm Standard
Tempo
10–30 mm/s
Kammer
aus
Transluzente Gummisohle eines Schnürstiefels mit tiefem Profil, daneben die Sohlenkante eines zweiten Stiefels
Referenzfoto: Gummisohle eines Stiefels – Elastomer im Alltag (Foto: Mishimishimishi / Wikimedia Commons, gemeinfrei) – nicht das gedruckte Ergebnis. Schuhsohlen sind das Paradebeispiel für das, was flexible Filamente können sollen: dämpfen, federn, nicht brechen.

Alle vier Varianten sind thermoplastische Elastomere, aber sie spielen in vier verschiedenen Ligen. Entscheidend ist die Shore-Härte – und Vorsicht bei den Skalen: 67D bei TPU-GF liegt auf der D-Skala deutlich oberhalb von allem, was die A-Skala abbildet. TPU-GF ist damit das härteste Material dieser Tabelle, nicht das weichste. Die Werte stammen aus den Herstellerangaben und Vergleichstests, die schon auf den Einzelseiten zu TPU 95A und TPU-GF stehen (Stand 01.09.2026):

TPU 95ATPU 85APEBA (90A)TPU-GF (67D)
Härte / Charakterhärtestes Standard-TPU, gummiartig elastischrichtig weich, fühlt sich wie Gummi anweich, aber extrem rückfedernd; Nylon-verwandt, kein TPUhärteste Variante hier, steif-flexibel mit Glasfaser-Skelett
Zuführ-Risiko auf diesem Druckerunkritisch – steif genug für die SchläucheGrenzfall – staucht sich in der Schlauch-Zuführung, Praxistest steht ausunkritisch – verhält sich wie 95Aunkritisch – die Faser macht es steif und schiebefreundlich
Festigkeit vs. Dehnung~400–500 % Bruchdehnung, Dehnung statt Lastbis ~660 % Dehnung (NinjaTek), wenig FestigkeitRebound + Nylon-artige Ermüdungsfestigkeit, auch bei −60 °C elastischFestigkeit Richtung Nylon-Niveau, schlagfest; Schichthaftung ist die Schwäche
Feuchtedeutlich empfindlicher als PLA/PETGwie 95Aempfindlicher – Nylon-Nähe beachtenwie 95A
Preis ca.19–39 €/kg~60–120 €/kg~60–170 €/kg – das teuerste Flex-Filament hier~30–37 €/kg, faktisch ein Anbieter
Wann welcheDefault: Dichtungen, Griffe, Dämpfer, Räder, Hart/Weich-Kombismaximale Weichheit: Dichtlippen, Griffpolster, WearablesEnergie-Rückgabe und Dauerbiegung: Dämpfer mit Rückstellkraft, alles nach Art einer Schuhsohlebelastbare flexible Funktionsteile: Drohnenteile, Riemen, Vibrationsdämpfung

Die Zeile, die auf diesem Drucker über alles andere entscheidet, ist die zweite: Der Creator 5 Pro führt das Filament per Schlauch zu den vier Köpfen, und je weicher ein Filament, desto eher staucht es sich in diesem Weg, statt durchzuschieben. 95A, PEBA und das steife TPU-GF sind damit zuführseitig unproblematisch; 85A ist der ehrliche Grenzfall – technisch druckbar, aber erst eine Empfehlung, wenn der erste Praxistest zeigt, dass die Schlauchführung es zuverlässig schluckt.

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Ähnliche Materialien außerhalb der Familie

Wer nach flexiblem Filament sucht, stolpert unausweichlich über zwei Sammelbegriffe: TPE (thermoplastische Elastomere) ist die Oberklasse für alle gummiartigen, schmelzbaren Kunststoffe – TPU ist streng genommen nur eine Variante davon, allerdings die steifere, verschleißfestere und am einfachsten zu druckende (so die Einordnung bei Dassault Systèmes und in der Fachliteratur). Was im Shop schlicht „TPE“ heißt, ist meist eine weichere, nicht näher benannte Mischung – für die Schlauch-Zuführung dieses Druckers eher ein Risiko als eine Option. TPC (thermoplastischer Copolyester) ist die zweite TPE-Variante neben TPU: laut Formfutura hitze- und chemikalienbeständiger als TPU, aber deutlich seltener im Filament-Regal und hier ohne eigene Seite – erwähnt der Vollständigkeit halber.

Und dann gibt es den Sonderfall PP: Polypropylen ist kein Elastomer, sondern ein steifer Kunststoff – aber als Filmscharnier (lebendes Scharnier) die Pseudo-Flex-Alternative schlechthin. Ein dünn ausgeformtes PP-Gelenk übersteht hunderttausende Biegezyklen, ganz ohne Weichheit. Wenn die Anforderung „soll sich klappen lassen“ statt „soll sich gummiartig anfühlen“ lautet, ist PP oft die bessere Antwort als jedes TPU – Details auf der PP-Seite.

Zur Abgrenzung nach oben: Sobald ein Teil tragen, schrauben oder Maß halten soll, ist die ganze Familie raus – dann sind PETG, PLA oder ASA die richtige Kategorie, und TPU kommt höchstens als zweites Material im selben Druck wieder ins Spiel (Dichtlippe, Dämpferfuß, Griffummantelung).

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Was der Drucker braucht

Düse, Bett und Kammer

Startwerte aus Herstellerangaben und Recherche, noch ohne eigenen Druck

grüne Zone

Die Zuführ-Matrix im Überblick – gemeinsam ist allen vier Varianten: langsam drucken, Retraktion klein halten, Kammer aus, und der Kopf mit dem direktesten Zulauf bekommt das Flex-Material dauerhaft zugewiesen. Alle Werte Herstellerangaben, Stand 01.09.2026:

Kopf / ZuführungDüseTemperaturTempo
TPU 95Adirektester Schlauch, Standardweg0,4-mm-Standard reicht, nicht abrasiv220–240 °C, Bett 40–60 °C15–30 mm/s
TPU 85AGrenzfall – Hersteller raten zu Direktextrudern; hier nur nach Praxistest0,4-mm-Standard reicht, nicht abrasiv210–230 °C, Bett 40–60 °C10–20 mm/s, minimale Retraktion
PEBA (90A)wie 95A, unproblematisch0,4-mm-Standard reicht, nicht abrasiv225–245 °C, Bett bis 60 °C optional15–30 mm/s
TPU-GF (67D)wie 95A, die Faser macht es steifgehärtet zwingend (serienmäßig vorhanden), 0,6-mm-Modul hilft der Schichthaftungbis ~250 °C, Temperatur ans obere Limit15–30 mm/s, größere Linienbreite

Thermisch ist das alles grüne Zone: Selbst die höchste hier geforderte Düsentemperatur (TPU-GF, ~250 °C) liegt weit unter dem 320-°C-Maximum der gehärteten Serien-Düse, und kein Flex-Filament braucht mehr Bett, als die realen 85 bis 92 °C hergeben. Der einzige Engpass dieser Maschine bei Elastomeren ist nicht die Temperatur, sondern die Schlauch-Zuführung – und die trifft ausgerechnet nur die weichste Variante.

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Trockner: bei allen vier Pflichtprogramm

Keine Ausnahme: Alle vier Varianten ziehen Feuchtigkeit deutlich schneller als PLA oder PETG. Die Basis-Behandlung ist für die ganze Familie gleich – 50 bis 60 °C für 6 bis 12 Stunden, danach luftdicht mit Silikagel lagern. Feuchtes TPU verrät sich hörbar: Es blubbert in der Düse, und unter Zugbelastung reißt das Teil dann, statt sich zu dehnen – genau die Eigenschaft fällt aus, für die das Material gewählt wurde.

Bei PEBA schärfer rangehen: Als Nylon-Verwandter liegt es in der Hygroskopie eher Richtung PA-CF als Richtung TPU – im Zweifel vor jedem Druck trocknen und nicht lange offen an der Luft stehen lassen. Ganz so extrem wie bei reinem Nylon („direkt aus dem Trockner drucken“) muss es nach Herstellerangaben nicht sein, aber die Richtung stimmt: Von den vier ist PEBA das feuchteempfindlichste.

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Wo kaufen: die Marken-Landkarte

Pro Variante gibt es eine andere, kleine Händlerlandschaft – alle Preise Shop- bzw. Herstellerangaben, Stand 01.09.2026, bereits auf den Einzelseiten verifiziert:

  • TPU 95A, 19–39 €/kg: die klassische Drei-Stufen-Straße. Prusament TPU 95A als Qualitäts-Referenz (~39 €/kg, engste Fertigungstoleranz, über den Prusa-Shop), Polymaker PolyFlex TPU-95A in der Mitte (25–35 €/kg) und eSUN TPU-95A als Preiseinstieg (19–29 €/kg), beide über 3DJake.
  • TPU 85A, ~60–120 €/kg: NinjaFlex (NinjaTek) als Ur-Marke – 32,50 bis 64,99 $ je 500-g-Spule im US-Shop, die DE-Auswahl ist dünn – und Siraya Flex TPU 85A als jüngere Alternative.
  • PEBA, ~60–170 €/kg: Fillamentum Flexfill PEBA 90A an der Spitze (rund 88 € je 500 g bei 3DJake), daneben günstigere Einsteiger wie Amolen PEBA Basic oder Siraya PEBA (ab ~42 $, US-Shop). Das teuerste Flex-Filament in dieser Tabelle.
  • TPU-GF, ~30–37 €/kg: faktisch ein Monopol – Siraya Tech Fibreheart TPU-GF, nur in Matt-Schwarz. Kaum Preiswettbewerb, weil kaum Wettbewerb; das kann sich ändern, sobald mehr Hersteller aufspringen.

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Einordnung: welche Spule zuerst?

Der Entscheidungsbaum in Prosa: Muss das Teil überhaupt weich sein? Wenn nein, ist PETG die bessere Antwort – steifer, günstiger, einfacher. Wenn ja, ist TPU 95A der Default: am günstigsten, am leichtesten verfügbar, auf dieser Maschine am sichersten zu drucken und für Dichtungen, Griffe, Dämpfer und Hart/Weich-Kombis genau richtig hart.

Erst wenn 95A an einer konkreten Eigenschaft scheitert, lohnt der Blick auf die drei Geschwister: Soll es sich wirklich wie Gummi anfühlen, ist 85A die Richtung – aber wegen der Schlauch-Zuführung erst nach einem erfolgreichen Praxistest, und wer die Weichheit mit besserem Druckverhalten kombinieren will, landet oft ohnehin bei PEBA. Soll das Teil Energie zurückgeben, tausendfach biegen oder auch im Winter elastisch bleiben, ist PEBA die einzige richtige Antwort – und den Preis wert, wenn genau das gebraucht wird. Soll das Teil statt Dehnung Last tragen und einen Sturz überstehen, ohne zu brechen, ist TPU-GF die Überraschung der Familie: Nylon-Festigkeit ohne Kammer, ohne Warping, ohne Nylon-Feuchtedrama.

Praktisch heißt das für diese Werkstatt: eine 95A-Spule gehört von Anfang an auf den vierten Kopf, TPU-GF kommt dazu, sobald das erste belastete Flex-Teil ansteht. 85A und PEBA sind Ergänzungsspulen für konkrete Projekte, keine Grundausstattung.

Keine eigene Testerfahrung – der Drucker steht erst seit dem 1. September hier, siehe Abenteuer. Die Einordnung oben stammt aus Herstellerangaben, Shop-Preisen und Community-Vergleichstests, nicht aus einem eigenen Praxistest; die Details und Quellen stehen auf den Einzelseiten zu TPU 95A und TPU-GF.